Mökki
Juli 6, 2009

innenraumgestaltung einer finnischen wanderunterkunft
diplomarbeit imke van den brink
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Menschen die Wandern suchen in der Natur einen Ausgleich zur technischen und voll durchstrukturierten Arbeits- und Lebenswelt. Sie sind auf der Suche nach dem unmittelbaren Erleben der Natur. In der Hütte können wir unsere Sehnsucht nach dem Ursprünglichen und Unmittelbaren vielleicht besser stillen, als irgendwo anders.
Welch eine Erfahrung, wenn man seine Mahlzeit direkt über dem offenen Feuer oder über der heißen Glut zubereiten kann, wenn man sich auf nichts mehr verlassen kann von all dem, was so perfekt standardisiert und industrialisiert ist und was einen großen Teil unseres Leben bestimmt. Dies ist ein wesentlicher Aspekt in der Gestaltung meiner Wanderhütte. Meine Hütte ist auf das Wesentliche und Nötigste Möbel reduziert. Sie ist angedacht für vier Wanderer die 1 – 3 Tage dort bleiben. Ein weiterer Aspekt sind die Ökologie und die regionalen Einflüsse. So werden alle Hölzer aus der Gegend verarbeitet. Die Möbel greifen die Konstruktion der Blockbauweise wieder auf. Die Fußbodenbalken sind mittels Schwalbenschwanzblatt im Schwellenbalken verblattet. Diese Konstruktion findet sich bei der Leiter und dem Bett wieder.
Außenansichten
Die Bauweise der Blockhütte, in traditioneller Bauweise, geht auf die Umgebung ein. Die Blockhütte fügt sich in die Landschaft ein. Das Bauholz stammt aus den heimischen Kiefernwäldern. Die Kiefer hält dauerhaft Witterungseinflüssen stand, sie ist leicht zu verarbeiten. Unbehandelte äußere Balken bekommen im Laufe der Zeit einen natürlichen grauen Ton. Auf Findlingen lagert die Blockhütte, und durch ein weit überstehendes Grasdach ist sie so vor Feuchtigkeit geschützt. Die Innenwände sollten zweimal im Jahr mit Wasser und grüner Schmierseife „gewaschen“ werden, um die helle Holzwand dauerhaft zu erhalten. Blockhäuser haben ein gesundes Raumklima, weil sie den natürlichen Austausch der Luftfeuchtigkeit zulassen. Blockwände geben Feuchtigkeit ab oder nehmen sie auf, je nach Temperaturverhältnissen.


In den dunklen Jahreszeiten war das Feuer ein Ort der Wärme und des Lichtes, das Wichtigste. Ebenso bedeutend waren die Geschichten, die um das Feuer herum weitererzählt wurden. In diesen Mythischen Erzählungen steckt das Wissen, das man von der Außenwelt hatte; hier im schützenden Innenraum, wurde es weitergereicht. Der Kamin bildet somit das Herzstück der Hütte, um den sich alles andere gruppiert.
Der Wohn- und Lebensraum, als Mittelpunkt, hat in Skandinavien den Charakter einer Stube. Die Stube ist über den Windfang zu erreichen. Der Wohnbereich besteht aus einer Essecke und einem großen Innenraum, der bis zur Decke durchgängig ist. Die Sparren bleiben als Gestaltungselement sichtbar. Große Fensterfronten zur Süd- und Westseite bilden die einzigen Lichtquellen und bieten aufgrund der Größe eine optimale Lichtausnutzung. Mit dem Westfenster wird der Blick auf den Saarilampi geöffnet. Alle Fenster, außer dem Westfenster, lassen sich nach außen öffnen, um die Fläche des Wohnraumes nicht zu verkleinern und um die Abdichtung zwischen Fenster und Rahmen zu verstärken. Die kleinen Fenster sind zusätzlich mit Fensterläden versehen, die man beim Verlassen der Hütte schließen kann. Das sichert eine bessere Wärmespeicherung. Gardinen vor dem Fenster bieten Sichtschutz bei Dunkelheit, damit man auf keine dunkle Wand schaut. Die Stoffe sind mit Birken bedruckt, von dem Hersteller marimekko, nach dem skandinavischen Prinzip die Natur „reinholen“. Der Kamin ist das Herzstück des Raumes und Mittelpunkt der Hütte. Um ihn gruppiert sich alles. Optimale Wärmeverteilung durch die zentrale Anordnung. An den Wänden des Essplatzes befinden sich Holzbrettchen mit traditionellen Rezepten aus Finnland, die bei Bedarf als Essbrettchen genutzt werden können. Eine Leiter neben den Kamin führt zum Schlafbereich.

Neben dem Kamin befindet sich ein großer Tisch zum Zubereiten der Speisen. Die Mahlzeiten können so direkt über dem Kaminfeuer gegart werden. Im Kamin befindet sich ein Grillrost das von Findlingen getragen wird. In dem Kamin befindet sich ein Nische, die die Funktion eines Backofens übernimmt, um dort Piroggen, Bratäpfel o. ä. zu backen. Über dem Tisch, von der Decke abhängend, ist ein Aufbewahrungselement mit verschiedenen großen Stofftaschen für die Lagerung von frisch gesammelten Pilzen, Beeren und anderen Lebensmitteln. Besteck befindet sich in einer dafür entworfenen Bestecktasche aus Stoff, die an der Wand über dem Küchensideboard an Haken befestigt wird. Im Küchensideboard findet das restliche Geschirr einen staubfreien Platz.



Mit Holz verbindet man Geschichte und Tradition. Es wirkt romantisch, nostalgisch und Mystisch, dieses fließt heute nach wie vor in die Architektur mit ein. Bauen mit Holz bedeutet auch die Sehnsucht nach der Natur. Für Skandinavien ist Holz Natur und Heimat. Holz anzufassen, zu riechen, seine Struktur zu spüren gehört zu den Grunderfahrungen im Norden und gehört einfach zum skandinavischen Erfahrungsgut. In Skandinavien waren die Menschen geprägt von einer Umwelt voller Geister und Seelen, Tiere und Pflanzen, alle Dinge der Natur waren lebendig. Dieser Vorstellungswert konnte sich in den Sagen und Mythen bis beinahe zum Anfang des 20. Jahrhunderts halten. In dieser Welt kam dem Baum eine zentrale Rolle zu. Der Baum war nicht nur Ernährer und Beschützer, er war auch Vermittler zwischen den Welten und Ausdruck des Gleichgewichtes in der Natur. Heilige Bäume an heiligen Orten waren daher recht häufig. Gleichzeitig war der Baum auch für ganz irdisches zuständig. Sein Holz diente zum Wärmen und Bauen.

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