tension
Januar 1, 2003

eine leuchte fuer die bibliothek, von tigge
![]()

Der Fachbereich Architektur und Innenarchitektur der Fachhochschule Lippe und Höxter bekommt ein neues Gebäude. Darin wird auch die Bibliothek einziehen. Die Bücher ziehen natürlich mit, aber die Möblierung und auch die Beleuchtung werden neu geplant.
Die Grundhelligkeit in der Bibliothek sollen fest installierte Deckenleuchten gewährleisten. Die einzelnen Arbeitsplätze im Lesebereich sollen zusätzlich mit Tischleuchten ausgestattet werden.
Die von mir entworfene Leuchte beugt sich über die Tischfläche. Das Licht wird gerichtet und es wird ein Lichtkegel erzeugt, der den Lesenden und das Buch umfasst. Diese Lichtinsel bildet einen eigenen Raum und ermöglicht darin konzentriertes Lesen und Arbeiten.
Grundgedanke meiner Leuchte ist es, alle technischen Details offen zu legen und zu zeigen. Der Stromfluss vom Einbaustecker über den Anschaltknopf, den Transformator bis hin zum Leuchtmittel wird klar erkennbar und nachvollziehbar.
Durch die Verwendung von Halbwerkzeugen und Materialien aus der Elektroabteilung des Baumarktes bekommt die Leuchte die Ästhetik eines Industrieproduktes. Die Herstellungskosten können dabei gering gehalten werden. Andere Bauteile, wie etwa die Spitzen von Angelruten und die Gummischläuche habe ich ihrem ursprünglichen Kontext entnommen, der eigentlich untypisch für Beleuchtung ist, und neu eingesetzt. Diese Zweckentfremdung macht die Leuchte zusätzlich interessant.
Der Begriff „tension” ist spanisch und bedeutet Spannung. Er umschreibt am besten die Konstruktion meiner Leuchte: Die Angelruten, die die Einfassung der Leuchtmittel aufnehmen, sind an einem Ende im Sockel verankert und werden am anderen durch die transparenten Stromkabel gebogen und auf Spannung gehalten. An den überstehenden Enden wird der Reflektor auf die Angelruten gefädelt. Er wölbt sich über die Sofittenlampen, die ihrerseits zwischen zwei gebogenen Drahthalterungen eingespannt sind.

![]()